Anleitung für Populisten
In sieben Hebeln zur Macht. Ohne Programm, ohne Verantwortung. Mit Konfigurator, elf Vorbildern und den Gegenmitteln.
Teil 1: Die Anleitung. Wie es wirkt.
Das Playbook: sieben Hebel
So funktioniert es, überall gleich: Erst heißt es, alles sei kaputt. Dann wird ein Notstand ausgerufen oder aus einem Vorfall gemacht. Dann bekommt die Angst ein Gesicht, einen Schuldigen, der sich nicht wehren kann. Dann tritt einer auf, der sagt, nur er könne das richten. Dann redet er so viel und so schnell, dass niemand mehr nachprüft. Dann erklärt er den Sieg, bevor etwas da ist. Und wenn nichts ankommt, hat jemand anders schuld. Jeder Hebel hat eine eigene Seite: links die Anleitung, rechts, was dahintersteckt, mit Namen und Belegen.
So läuft es ab
Fallprofile
Wer hat geliefert, wer hat Institutionen besetzt, wen hat das Korrektiv eingeholt?
Quiz und Selbsttest
Im Quiz schätzt du, wie Menschen sich in Experimenten und Messungen verhalten haben, vom Konformitätsexperiment des Psychologen Solomon Asch (1951) bis zu Studien über Falschmeldungen im Netz. Jede Runde zieht zehn Fragen aus einem Vorrat von 45 in drei Stufen. Am Ende siehst du, ob du die Vernunft überschätzt oder die Menschen unterschätzt. Der Selbsttest fragt nach deinen eigenen Gewohnheiten beim Lesen und Teilen und zeigt, was die Forschung über Leichtgläubigkeit weiß.
Kapitel: wie es wirkt
Die Kapitel vertiefen die Hebel. Sie bilden vier Gruppen: die Techniken, die überall wirken; was am Menschen und an der Gruppe ansetzt; wie Lager und Moral gebaut werden; und vier Fälle, von Ostdeutschland bis zum Rückzug der Kirchen. Zwei Kapitel dienen zum Nachschlagen: Denker und Kommunikation.
Essays
Zwei Essays des Gastautors Thomas Scherhag: warum Populisten an ihren Lügen erstaunlich selten scheitern und warum Wähler für eine Politik stimmen, die sie selbst Geld kostet und ausgerechnet denen nützt, in denen sie ihre Feinde sehen.
Kommunikationstricks
Das Nachschlagewerk: 41 Tricks in sechs Gruppen, jeder mit Erkennungsmerkmal, Kurzbeispiel, belegtem Fall und Gegenmittel.
Diktaturen und der 1984-Spiegel
Das Playbook ist älter als seine heutigen Anwender. Acht Fallbeispiele von Hitler bis Ruanda, jedes gespiegelt an Orwells „1984“ und an den sieben Hebeln.
Vordenker
Von Platon und Thukydides bis zum US-Blogger Curtis Yarvin: wer die Hebel beschrieben hat, wer sie gebaut hat, wer sie verkauft und was gegen sie hilft. 89 Porträts in neun Gruppen.
Teil 2: Gegenmittel. Was gegen das Playbook hilft.
Rezepte dagegen
Die Gegenmittel bilden drei Gruppen: liefern und die Demokratie erneuern; Zugehörigkeit stiften und eine eigene Geschichte erzählen; die Demokratie schützen und Wahlen gewinnen.
Teil 1: Die Anleitung.
Dein Playbook
Wähle pro Hebel eine Variante oder lade ein Vorbild. Playbook, Grafik und Bewährungsrisiko aktualisieren sich sofort; deine Auswahl steht im Link.
Nachschlagewerk
Denker: Ideen, die Menschen in Gruppen erklären
Von Mose bis zum Historiker David Van Reybrouck. Sortierbar nach Thema, Epoche und Art, mit Beispiel und Übertragung auf heute.
Das Playbook funktioniert, weil es an der menschlichen Natur ansetzt. Religionsstifter, Philosophen, Forscher und Strategen beschreiben sie seit dreitausend Jahren, aus sehr verschiedenen Gründen und oft mit demselben Befund. Diese Seite sammelt Ideen über Gruppen, Rang, Angst, Regeln, Zusammenarbeit und Irrtum. Jeder Eintrag nennt die Idee, das Werk, ein Beispiel und die Frage, auf die sie heute antwortet. Die Themenknöpfe filtern die Liste. Wer zu einem Namen mehr lesen will, findet bei vielen Einträgen den Knopf zur ausführlichen Seite im Teil Vordenker.
Die Einträge fassen zusammen und vereinfachen. Jahreszahlen zu den religiösen Texten sind Schätzungen der Forschung; die religiöse Überlieferung selbst datiert teils anders.
Die Einträge
Die Anker: was Religionen und Philosophien über Gruppen wissen
Jede große Tradition hat ein Problem gelöst, das älter ist als sie: Wie bringt man Menschen dazu, mit Fremden zusammenzuarbeiten, Regeln einzuhalten, die ihnen gerade nicht nützen, und bei Streit nicht zum Messer zu greifen? Die Antworten ähneln sich mehr, als die Traditionen zugeben. Die Tabelle vergleicht zehn Traditionen anhand von fünf Fragen: was sie über Gruppen wissen, welche Regeln sie setzen, wie sie die Zusammenarbeit sichern, was bei ihnen das Spirituelle leistet und wie sie missbraucht wurden. Die letzte Spalte gehört dazu, denn keine Tradition ist frei von Missbrauch.
| Tradition | Gruppenpsychologie | Regeln | Zusammenarbeit | Das Spirituelle | Missbrauch |
|---|---|---|---|---|---|
| Judentum | Ein Volk entsteht durch Bund und Erinnerung; Land und König braucht es dafür nicht. Die Erfahrung der Minderheit (Ägypten, Exil) ist Teil der Identität: Ihr wart selbst Fremde. | Zehn Gebote und die Gebote der Tora; der Sabbat als Grenze gegen die Ausbeutung von Mensch und Tier; die Fremdenregel (3. Mose 19,34): Der Fremde soll dir sein wie ein Einheimischer. | Erlassjahr (Schulden) und Jobeljahr (Land); Zehnt für Arme, Nachlese für Fremde und Witwen (Ruth); die Gemeinde trägt die Fürsorge, einen Staat braucht es dafür nicht. | Der Auszug aus Ägypten wird jedes Jahr am Pessachfest nacherzählt, als wäre man selbst dabei gewesen. So wird die Erinnerung zum Ritual und die Geschichte zum Besitz der Gruppe. | Erwählung als Überlegenheit gelesen; von außen das Feindbild „Gottesmörder“, das die christliche Judenfeindschaft über Jahrhunderte trug. |
| Christentum | Die Gemeinde als neue Familie jenseits von Volk, Stand und Geschlecht (Paulus, Galater 3,28: „nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier“). Zugleich eine scharfe Grenze zwischen Gläubigen und Ungläubigen. | Bergpredigt: Feindesliebe, Vergebung, kein Richten; das Doppelgebot der Liebe; Beichte und Buße als Regelsystem, das ohne Polizei auskommt. | Caritas und Krankenhäuser; Klöster als Betriebe und Schulen; die Gleichheit vor Gott als Keim der Gleichheit vor dem Recht; die Pfarrei als Nachbarschaft. | Das Opfer des Unschuldigen, das die Logik des Sündenbocks offenlegt und damit durchbricht (Girard); die Hoffnung auf Gerechtigkeit jenseits der Macht; das Mahl als wöchentliches Ritual. | Kreuzzug, Inquisition, Hexenprozess, Antijudaismus; heute die Umkehr des Sündenbocks: Mächtige, die sich zum Opfer erklären (Mertes 2025). |
| Islam | Die Umma als Gemeinschaft aller Gläubigen über Stamm und Volk hinaus. Muhammad ersetzte in Medina (ab 622) die Blutrache der Stämme durch das Recht der Gemeinschaft. | Die fünf Säulen (Bekenntnis, Gebet, Fasten, Abgabe, Pilgerfahrt); Zinsverbot; die Scharia als Rechtsordnung mit mehreren Schulen, die sich widersprechen dürfen. | Zakat (Pflichtabgabe für Arme, als Richtwert 2,5 Prozent des Vermögens) und Stiftungen (Waqf) als Sozialsystem; Gastrecht; das Freitagsgebet als Versammlung aller. | Hingabe (das Wort Islam) als Entlastung vom eigenen Ich; der Koran als gesprochenes und rezitiertes Wort, das man hört, bevor man es liest; die Pilgerfahrt, die alle gleich kleidet. | Takfir (die Erklärung anderer Muslime zu Ungläubigen) als Waffe; Dschihad als Kriegsbegriff; der Staat, der die Religion zum Gehorsam nutzt (Iran seit 1979). |
| Buddhismus | Die Sangha (der Orden) nahm Menschen aller Kasten auf; die Welt als Leidensgemeinschaft aller fühlenden Wesen; das Ich als Konstruktion, die man durchschauen kann. | Die fünf Silas: nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, kein sexuelles Fehlverhalten, keine Rauschmittel; der achtfache Pfad. | Almosen als täglicher Tausch zwischen Laien und Mönchen; Metta (liebende Güte) als geübte Haltung; die Edikte des Kaisers Ashoka (3. Jh. v. Chr.) als Toleranzprogramm eines Herrschers. | Meditation als Technik, die keinen Glauben voraussetzt. Die Einsicht, dass Begehren und Anhaften das Leiden erzeugen, löst den Griff des nachahmenden Begehrens, das Girard beschreibt und von dem die Werbung lebt. | Buddhistischer Nationalismus in Myanmar (Hetze gegen die muslimischen Rohingya seit 2012) und Sri Lanka; Zen-Lehrer im Dienst des japanischen Militarismus. |
| Hinduismus | Ein Geflecht von Traditionen ohne Stifter; Dharma als Ordnung, die jedem Platz und Pflicht zuweist; die Kaste als religiös begründete Rangordnung. | Ahimsa (Nichtverletzen); Pflichten je nach Lebensstufe und Stand; Karma als Verantwortung, die über das eigene Leben hinausreicht. | Großfamilie und Dorf; Gastfreundschaft („Der Gast ist Gott“); Gandhis Satyagraha (Festhalten an der Wahrheit) als politische Übersetzung von Ahimsa. | Die vielen Götter als viele Zugänge zum Einen; die Bhagavadgita als Lehre vom Handeln ohne Anhaften am Ergebnis; das Fest, das die Ordnung für Tage aufhebt. | Die Kaste als Unterdrückung (so der Jurist B. R. Ambedkar, Wortführer der Kastenlosen, 1936); Hindutva als Ideologie, die aus einer Religion eine Nation und aus Muslimen Fremde macht (Modi). |
| Konfuzianismus | Die Gesellschaft als erweiterte Familie mit fünf Beziehungen (Herrscher und Untertan, Vater und Sohn, Mann und Frau, älterer und jüngerer Bruder, Freund und Freund); Harmonie durch Rang, der verpflichtet. | Ren (Menschlichkeit), Li (Ritus und Anstand), Xiao (Pflicht gegenüber den Eltern); die Goldene Regel in der Verneinung: Was du selbst nicht wünschst, das tu auch anderen nicht an. | Der Beamte als moralisch Gebildeter, ausgewählt durch Prüfung (ab 605 n. Chr.); der Herrscher verliert das Mandat des Himmels, wenn er schlecht regiert (Mengzi, der wichtigste Nachfolger des Konfuzius, 4. Jh. v. Chr.); das Volk darf ihn dann stürzen. | Der Ahnenkult als Bindung an die Kette der Generationen; das Ritual als Form, die das Gefühl erzieht und ihm Ausdruck gibt. | Die Rangordnung als Rechtfertigung von Gehorsam; Chinas Kommunistische Partei beruft sich seit den 2000er Jahren auf Harmonie, um Widerspruch zu verbieten. |
| Daoismus | Misstrauen gegen jede Ordnung, die mehr regelt als nötig; der beste Herrscher ist der, von dem das Volk nur weiß, dass es ihn gibt. | Laozi, Daodejing: Je mehr Gesetze, desto mehr Diebe. Wu wei, das Handeln durch Nichteingreifen; Einfachheit. | Das Dorf, das sich selbst genügt; Zusammenarbeit, die nicht erzwungen ist; Vorsicht gegenüber großen Plänen. | Der Weg (Dao), der sich nicht benennen lässt; die Natur als Maß, an dem sich auch die Gesellschaft ausrichten soll; das Wasser, das nachgibt und den Stein höhlt. | Rückzug als Ausrede gegen Verantwortung; die religiösen daoistischen Bewegungen als Aufstände (Gelbe Turbane, 184 n. Chr.), die neue Herrschaft brachten. |
| Stoa | Der Mensch als Weltbürger; alle haben Vernunft, der Sklave (Epiktet war einer) wie der Kaiser (Marc Aurel). Die äußeren Kreise der Zugehörigkeit (Stadt, Menschheit) sollen näher an die inneren (Ich, Familie) herangezogen werden. | Unterscheide, was in deiner Macht steht und was nicht; Tugend als einziges Gut; Pflicht gegenüber dem Gemeinwesen, auch wenn es verdorben ist. | Das Naturrecht: Regeln, die für alle Menschen gelten, weil sie Menschen sind. Das römische Recht und später die Menschenrechte nehmen das auf. | Der Logos als Vernunft, die die Welt durchzieht; das Schicksal annehmen, ohne sich zu beklagen; die Übung des Abends, den Tag zu prüfen. | Gelassenheit als Ausrede gegen Veränderung; heute als Programm zur Selbstoptimierung, das den Teil über die Pflicht weglässt. |
| Aufklärung und Humanismus | Der Einzelne vor der Gruppe; Rechte, die jeder hat, weil er Mensch ist (Unabhängigkeitserklärung 1776, Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte 1789, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948); die Nation als Gemeinschaft gleicher Bürger. | Kants kategorischer Imperativ; Gewaltenteilung (Montesquieu); Toleranz (Locke, Lessing); der öffentliche Gebrauch der Vernunft; Mills Regel, dass Freiheit nur dort endet, wo sie anderen schadet. | Der Gesellschaftsvertrag als Grundlage der Herrschaft (Hobbes, Locke, Rousseau); Smiths Markt, in dem der Eigennutz des Bäckers das Brot liefert; Wissenschaft als organisierter Zweifel. | Der Fortschritt als Ersatz für die Heilsgeschichte; die Menschenwürde als säkulares Heiliges; die Verfassung als Text, auf den man schwört. | Der Terror der Jakobiner im Namen der Vernunft (1793); der Fortschritt als Rechtfertigung für Kolonialismus; der Mensch ohne Gruppe, der die Gruppe dann anderswo sucht. |
| Zivilreligion | Nation, Verfassung und Republik als Gegenstand von Verehrung. Rousseau prägte den Begriff 1762, der Soziologe Robert Bellah beschrieb 1967 die amerikanische Zivilreligion mit Gründervätern, Gefallenen und Gelöbnis. | Verfassung, Grundrechte, Wahlen; Rituale wie Eid, Hymne, Gedenktag; die Regel, dass auch der Sieger an das Verfahren gebunden bleibt. | Steuern, Wehrpflicht, Ehrenamt, Sozialstaat: organisierte Solidarität unter Fremden, die sich nie treffen. | Gedenktage (9. November, Volkstrauertag), Denkmäler, der Satz „Nie wieder“; Verfassungspatriotismus (der Politikwissenschaftler Dolf Sternberger 1979, Habermas) als Bindung an gemeinsame Regeln, unabhängig von der Abstammung. | Nationalismus als Religion mit Feind; der Führerkult; die Sakralisierung der Politik, die der Historiker Emilio Gentile am italienischen Faschismus beschrieben hat. |
Was das Spirituelle leistet: die Geschichte, die Fremde zu einer Gruppe macht
Menschen kooperieren mühelos in Gruppen, in denen jeder jeden kennt. Alles darüber hinaus – der Stamm, die Stadt, das Reich, der Markt – braucht einen Ersatz für die persönliche Bekanntschaft. Die Religionen haben diesen Ersatz zuerst gebaut. Er besteht aus vier Teilen, die zusammengehören. Erstens eine Geschichte, die sagt, wer wir sind, woher wir kommen und warum die Regeln gelten (der Auszug aus Ägypten, das Leben Jesu, die Hidschra genannte Auswanderung Muhammads nach Medina, der Buddha unter dem Baum).
Zweitens ein Ritual, das die Geschichte zum Erlebnis macht. Der Soziologe Émile Durkheim beschrieb 1912 (Die elementaren Formen des religiösen Lebens), wie Menschen im gemeinsamen Gesang, Tanz und Gebet ein Gefühl von Kraft erleben. Sie schreiben es dem Heiligen zu. Durkheim nannte das kollektive Efferveszenz.
Drittens ein Preis: Fasten, Gebote, Spenden, Kleidung. Der Ökonom Laurence Iannaccone hat 1992 gezeigt, dass strengere Gemeinschaften stabiler sind, weil der Preis die Trittbrettfahrer aussortiert. Wer viel zahlt, meint es ernst. Viertens ein Beobachter. Der Psychologe Ara Norenzayan (Big Gods, 2013) fasst die Forschung so zusammen: Beobachtete Menschen sind anständige Menschen. Götter, die alles sehen und Betrug bestrafen, machten Zusammenarbeit unter Fremden möglich, lange bevor es Polizei und Gerichte gab.
Der Philosoph Karl Jaspers hat 1949 beobachtet, dass zwischen 800 und 200 v. Chr. an mehreren Orten zugleich etwas Neues entstand: die Propheten Israels, Buddha, Konfuzius und Laozi, die griechischen Philosophen. Er nannte diese Epoche die Achsenzeit. Gemeinsam ist diesen Lehren der Schritt vom Gott des Stammes zur Regel, die für alle gilt, und vom Opfer zur Ethik. Der Anthropologe Joseph Henrich (The WEIRDest People in the World, 2020) hat für das Christentum nachgezeichnet, wie die Ehe- und Verwandtschaftsregeln der Kirche im Mittelalter die Sippen auflösten. So entstanden Menschen, die mit Fremden Verträge schließen, Vereine gründen und Städte regieren. Das ist die Grundausstattung der Demokratie. Der Historiker Yuval Noah Harari (Eine kurze Geschichte der Menschheit, 2011) verallgemeinert: Nationen, Geld, Firmen und Menschenrechte sind geteilte Geschichten, die nur deshalb wirken, weil Millionen an sie glauben. Das Kapitel Denkanstoß einer KI führt diesen Gedanken weiter.
Für die Kommunikation folgt daraus, dass Politik neben dem Programm eine Geschichte braucht. Deshalb macht diese Seite den Umweg über die Religion. Wer Menschen für etwas gewinnen will, das ihnen gerade nicht nützt (Steuern zahlen, den Fremden aufnehmen, die Wahl verlieren und es hinnehmen), braucht dieselben vier Teile. Das Playbook kennt sie und liefert billige Versionen: Die Geschichte ist der Verrat, das Ritual die Kundgebung, der Preis das Bekenntnis zum Lager, der Beobachter der Feind, der überall lauert. Die Hebel 1 bis 4 (Systemversagen, Krise, Feind, Retter) sind eine Religion ohne Gott, mit dem Feind als Kitt.
Die Demokratie hat die teurere Version: Die Geschichte muss stimmen, das Ritual (Wahl, Parlament, Gedenktag) ist unspektakulär, der Preis ist die Regel, die auch für die eigene Seite gilt, und der Beobachter sind Gerichte, Presse und Opposition. Sie gewinnt, wenn sie eine bessere Geschichte erzählt und sie mit Lieferung einlöst; Fakten allein reichen dafür nicht. Der Sozialpsychologe Jonathan Haidt nennt die Fähigkeit, im Kollektiv aufzugehen, den Bienenstock-Schalter. Er gehört zum Menschen, und die Demokratie kann ihn nur anders bedienen als das Playbook. René Girard hat den Preis der billigen Version benannt: Eine Gruppe, die ihre Einheit aus dem Sündenbock bezieht, braucht den nächsten, sobald der erste verbraucht ist. Die Bergpredigt antwortet auf dieses Problem; deshalb steht sie auf dieser Seite als Gegenmittel.
Mehr dazu
Kapitel
Kommunikation: von der Sprache bis zur KI
Jedes neue Medium nützt zuerst dem, der draußen steht. Dreißig Stationen, jede zum Guten und zum Schlechten benutzt.
Vom Klatsch am Feuer bis zur Stimme aus dem Rechner: Jedes Mittel, das Menschen erfunden haben, um mehr Menschen zu erreichen, hat die Macht verschoben. Sie wandert jedes Mal zu dem, der das neue Medium zuerst versteht, meist zu einem Außenseiter, und bleibt dort, bis die Institutionen nachziehen. Die Liste unten nennt zu jeder Station, was sie ermöglicht hat und was mit ihr angerichtet wurde, dazu einen belegten Fall und das Gegenmittel, das die Gesellschaft gefunden hat oder noch sucht. Die Hebel-Knöpfe zeigen, an welcher Stelle das Playbook das Medium benutzt.
Was sich wiederholt
- Das neue Medium gehört zuerst dem Außenseiter. Luther und der Druck, Roosevelt und Hitler und das Radio, Kennedy und das Fernsehen, Obama und das Netz, Trump und Twitter, die AfD und TikTok. Die Etablierten haben ihre Reichweite im alten Medium und unterschätzen das neue, bis es zu spät ist.
- Jedes Medium hat seinen Ton. Der Druck belohnt das Argument, das Radio die Stimme und die Nähe, das Fernsehen das Gesicht, das Netz die Geschwindigkeit, der Algorithmus das Gefühl. Wer den Ton trifft, gewinnt; das Programm ist zweitrangig.
- Die Medienpanik kommt jedes Mal. Platon gegen die Schrift, die Zeitungen gegen das Radio, der Psychiater Fredric Wertham 1954 gegen den Comic, die Eltern gegen das Fernsehen, alle gegen das Smartphone. Die Panik ist nie ganz unbegründet und nie ein Argument; oft kommt sie vom alten Medium, das Konkurrenz bekommt.
- Die Regel kommt eine Generation nach dem Missbrauch. Pressefreiheit nach der Zensur, Berufsethik nach der Kriegshetze, der staatsferne Rundfunk nach Goebbels, das EU-Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act) nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica. Die Abstände werden kürzer; ob die Regel greift, entscheidet die Aufsicht.
- Der Mensch bleibt derselbe. Die Grundausstattung aus dem Kapitel Menschliche Natur (Angst, Gruppe, Rang, Geschichte, Rechtfertigung) ist in jedem Medium die Zielscheibe. Das Gerücht per WhatsApp und das Gerücht am Dorfbrunnen funktionieren gleich; nur die Geschwindigkeit und die Reichweite sind neu.
Die Stationen
Was Gutes von Schlechtem unterscheidet
Kein Medium ist gut oder schlecht; dasselbe Radio sendete Roosevelt und Mille Collines, derselbe Druck den Katechismus und den Hexenhammer. Vier Fragen trennen in jeder Epoche die Nutzung, die eine Gesellschaft stärkt, von der, die sie zersetzt. Erstens: Kann man antworten? Das Medium, das nur sendet (Kanzel, Volksempfänger, Kanal mit abgeschalteten Kommentaren), macht aus Bürgern Publikum. Zweitens: Ist die Quelle prüfbar? Die Agentur, die den Wortlaut zitiert, und Wikipedia mit Belegpflicht halten der Prüfung stand; das Gerücht, die Kette und das Deepfake leben davon, dass niemand nachsehen kann. Drittens: Was wird belohnt? Ein Medium, das Genauigkeit vergütet (der Ruf des Reporters, die Korrektur), erzieht anders als eines, das Erregung vergütet (die Auflage, der Zähler). Viertens: Wer hält die Tür, und wer kontrolliert ihn? Jeder Torwächter kann missbraucht werden, ob Zensor, Verleger, Intendant oder Algorithmus. Entscheidend ist, ob eine zweite Stimme überlebt. Diese vier Fragen sind das Gegenmittel, das in allen dreißig Einträgen wiederkehrt.
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Glossar
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Quiz
Wie realistisch schätzt du Menschen ein?
Experimente und Messungen in drei Stufen, zehn Schätzungen je Runde, eine Auswertung.
Quellen der Quizfragen
Die Zahlen in den Fragen und Erklärungen stammen aus diesen Studien. Wo spätere Studien oder Neuanalysen zu anderen Ergebnissen kommen, nennt die Erklärung beides.
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Selbsttest
Wie leichtgläubig sind wir?
Vierzehn ehrliche Antworten über dich selbst, eine Auswertung und was die Forschung dazu weiß.
Quellen des Selbsttests
Die Aussagen des Tests sind für diese Seite formuliert und nicht wissenschaftlich geprüft. Die Erläuterungen in der Auswertung stützen sich auf diese Studien.
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- Pennycook, G.; Epstein, Z.; Mosleh, M.; Arechar, A. A.; Eckles, D.; Rand, D. G. (2021): Shifting attention to accuracy can reduce misinformation online. Nature
- Pennycook, G.; Rand, D. G. (2019): Lazy, not biased: Susceptibility to partisan fake news is better explained by lack of reasoning than by motivated reasoning. Cognition
- Roozenbeek, J.; van der Linden, S.; Goldberg, B.; Rathje, S.; Lewandowsky, S. (2022): Psychological inoculation improves resilience against misinformation on social media. Science Advances
- Wineburg, S.; McGrew, S. (2019): Lateral reading and the nature of expertise. Teachers College Record
- Wood, T.; Porter, E. (2019): The Elusive Backfire Effect: Mass Attitudes’ Steadfast Factual Adherence. Political Behavior
Warum diese Seite
Das Playbook funktioniert nur, solange es nicht als Playbook erkannt wird. Die Techniken sind alt: Der französische Arzt Gustave Le Bon beschrieb die Massenpsychologie 1895, der Soziologe Max Weber die Bewährungspflicht des Charismatikers 1922, der Schriftsteller Elias Canetti die Hetzmasse 1960. Neu ist, wie offen die Werkzeugkiste heute benutzt und wie selten sie beim Namen genannt wird.
Warum der Verkäuferton
| Der Schuldige | Die Lösung | |
|---|---|---|
| Preis | ein Name | Geld, Zeit, Personal |
| Beweis | keiner nötig | muss ankommen |
| Lieferzeit | sofort | Jahre |
| Haltbarkeit | unbegrenzt, solange der Feind lebt | bis zum nächsten Problem |
| Nebenwirkung | Vertrauen, das nicht zurückkommt | höhere Erwartung |
Populismus verkauft: Krise als Bedarf, Feind als Schuldigen, Retter als Produkt, Sieg als Lieferbestätigung. Demokratische Politik bietet Lösungen an, Populismus einen Schuldigen. Schuldige sind viel billiger als Lösungen. Wer das Angebot einmal als Angebot gesehen hat, liest die nächste Rede anders.
Was das bringt
Die Forschung zur Impfung gegen Manipulation (Inokulation; Roozenbeek, van der Linden u. a., Science Advances 2022) zeigt: Kurze Videos, die Manipulationstechniken benennen – Sündenbock, falsche Dichotomie, Emotionalisierung –, verbessern messbar die Fähigkeit, sie in echten Inhalten zu erkennen. Man wird schneller misstrauisch; immun wird man dadurch nicht.
Was diese Seite nicht ist
Kein Beweis für Absicht: Ob ein Akteur eine Krise inszeniert oder nur den Stil wählt, der ihm Erfolg bringt, ist von außen selten zu klären, und für den Effekt ist es gleich. Und keine Gleichsetzung: Trump und Putin benutzen dieselben Hebel wie Orbán bis zu seiner Abwahl im April 2026, aber unter verschiedenen Korrektiven. Trump muss sich Wahlen und Gerichten stellen, Putin keinem von beiden, und Orbán regierte mit gekaperten Institutionen. Die Fallprofile zeigen den Unterschied.
Der Anker
Die Unzufriedenheit, an der die Hebel ansetzen, ist oft echt: Strukturwandel, Preisschocks, Kontrollverlust bei Migration, Wohnen, öffentlichem Raum. Wer die echten Probleme bestreitet, bestätigt die Erzählung von der abgehobenen Elite. Wer den Rahmen der Populisten kopiert, also ihre Themen und Wörter übernimmt, bestätigt ihre Diagnose. Wirksam ist nur sichtbare Lieferung, denn sie entzieht den Hebeln den Anker.
Grundlagen
Zu vielen der folgenden Autoren gibt es eine eigene Seite unter , ebenso zu den Strategen und Ideengebern der Bewegungen selbst.
- Gustave Le Bon: Psychologie der Massen (1895)
- Elias Canetti: Masse und Macht (1960)
- Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft (1922), Kapitel zur charismatischen Herrschaft
- Carl Schmitt: Politische Theologie (1922); Der Begriff des Politischen (1932)
- Ernesto Laclau: On Populist Reason (2005)
- Benjamin Moffitt: The Global Rise of Populism (2016)
- Jan-Werner Müller: Was ist Populismus? (2016)
- Naomi Klein: Die Schock-Strategie (2007)
- Peter Pomerantsev: Nothing Is True and Everything Is Possible (2014)
- Karen Stenner: The Authoritarian Dynamic (2005)
- D. Sunshine Hillygus, Todd Shields: The Persuadable Voter (2008)
- Hannes Grassegger: The Unbelievable Story of the Plot Against George Soros (Das Magazin / BuzzFeed News, Januar 2019)
- Roozenbeek, van der Linden u. a.: Psychological inoculation improves resilience against misinformation on social media (Science Advances, 2022)
- Dunbar, Robin: Grooming, Gossip and the Evolution of Language (1996); Allport, Gordon und Postman, Leo: The Psychology of Rumor (1947)
- Durkheim, Émile: Die elementaren Formen des religiösen Lebens (1912); Norenzayan, Ara: Big Gods (2013); Henrich, Joseph: The WEIRDest People in the World (2020); Iannaccone, Laurence: Sacrifice and Stigma (Journal of Political Economy, 1992); Whitehouse, Harvey: Modes of Religiosity (2004)
- Jaspers, Karl: Vom Ursprung und Ziel der Geschichte (1949); Bellah, Robert: Civil Religion in America (Daedalus, 1967); Gentile, Emilio: Le religioni della politica (2001)
- Pettegree, Andrew: Brand Luther (2015); Eisenstein, Elizabeth: The Printing Press as an Agent of Change (1979); Habermas, Jürgen: Strukturwandel der Öffentlichkeit (1962); Darnton, Robert: The Forbidden Best-Sellers of Pre-Revolutionary France (1995)
- Weber, Eugen: Peasants into Frenchmen (1976); Anderson, Benedict: Imagined Communities (1983); Postman, Neil: Wir amüsieren uns zu Tode (1985); King, David: The Commissar Vanishes (1997)
- Pooley, Jefferson und Socolow, Michael: The Myth of the War of the Worlds Panic (Slate, 28. Oktober 2013); Lippmann, Walter: Public Opinion (1922); Bernays, Edward: Propaganda (1928); Blumenthal, Sidney: The Permanent Campaign (1980)
- Paul, Christopher und Matthews, Miriam: The Russian „Firehose of Falsehood“ Propaganda Model (RAND, 2016); US Department of Justice: Anklage gegen die Internet Research Agency (16. Februar 2018) und Anklage im Fall Tenet Media (4. September 2024); UN Independent International Fact-Finding Mission on Myanmar (2018)
- Folha de S. Paulo: Empresários bancam campanha contra o PT pelo WhatsApp (18. Oktober 2018); Wall Street Journal: The Facebook Files (September 2021); Chesney, Robert und Citron, Danielle: Deep Fakes (California Law Review, 2019)
- Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act); Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50; Netzwerkdurchsetzungsgesetz (1. Oktober 2017); Online Safety Amendment (Social Media Minimum Age) Act 2024 (Australien, in Kraft 10. Dezember 2025)
- Lepsius, M. Rainer: Parteiensystem und Sozialstruktur (1966); Kirchheimer, Otto: Der Wandel des westeuropäischen Parteisystems (1965); Achen, Christopher und Bartels, Larry: Democracy for Realists (2016); Mason, Lilliana: Uncivil Agreement (2018)
- Krause, Werner; Cohen, Denis; Abou-Chadi, Tarik: Does accommodation work? (Political Science Research and Methods, 2023); Meguid, Bonnie: Competition Between Unequals (APSR, 2005); Ziblatt, Daniel; Hilbig, Hanno; Bischof, Daniel: Wealth of Tongues (APSR, 2024); Otteni, Cyrill und Weisskircher, Manes: Global warming and polarization (EJPR, 2021)
- Davie, Grace: Religion in Britain since 1945: Believing without Belonging (1994); Havel, Václav: Versuch, in der Wahrheit zu leben (1978); Kuran, Timur: Private Truths, Public Lies (1995)
- Falter, Jürgen: Hitlers Wähler (1991); Lipset, Seymour Martin: Political Man (1960); Lengfeld, Holger: Die „Alternative für Deutschland“: eine Partei für Modernisierungsverlierer? (KZfSS, 2017); Hilmer u. a.: Einstellung und soziale Lebenslage (Hans-Böckler-Stiftung, 2017)
- Bullock, John u. a.: Partisan Bias in Factual Beliefs about Politics (Quarterly Journal of Political Science, 2015); Iannaccone, Laurence: Sacrifice and Stigma (1992); Fitzgerald, Jennifer: Close to Home (2018); Satyanath, Voigtländer, Voth: Bowling for Fascism (Journal of Political Economy, 2017)
- Friedrich-Ebert-Stiftung / infratest dimap: Analyse der Bundestagswahl 2025 (Wählergruppen); Bundeszentrale für politische Bildung: Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026; ZDF: Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026; taz: Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern (Wählerwanderung, September 2026)
- AfD Thüringen: Veranstaltungskalender (Oktober 2026) und Ankündigung „Simson-Tour mit Björn Höcke“ (Kreisverband Saale-Orla, August 2025); der Freitag: Haustürwahlkampf der Linken (2025)
- Positionspapier von AfD-Abgeordneten zu Euro und EU (29. September 2026), berichtet von Reuters und Bild (5. Oktober 2026); Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Wahlprogramm der AfD 2025; zdfheute: Weidel im ZDF-Sommerinterview (23. August 2026); Volksstimme: Kongress der Generation Deutschland in Magdeburg (August 2026); Forsa (Juni 2016); Konrad-Adenauer-Stiftung: Die europafreundlichen Deutschen (2023); TU Darmstadt und Universität Oldenburg (Mai 2024); Walter, Stefanie: Brexit Domino? (Comparative Political Studies, 2021)
- Strategiepapier der AfD-Bundestagsfraktion „Fraktions-Klausur – Einleitung des Strategieprozesses“ (55 Folien, 4. Juli 2025, veröffentlicht von Politico); CORRECTIV: Brandmauer umstürzen, so will die AfD an die Macht kommen (11. Juli 2025); Heidelberg24 über New York Times und Zeit (1. August 2025); Mimikama über das Papier „Deutschland politisch gestalten“ (14. August 2025); dpa und Bild über das Papier von Sebastian Münzenmaier (22. September 2026); Stuttgarter Zeitung: Weidel nach den Landtagswahlen (21. September 2026); LTO und Ärzteblatt zur Richterwahl (Juli und August 2025)
- Boris Rhein: dpa-Interview (3. Januar 2026); Welt TV und hessenschau (15. September 2026); Gastbeitrag in der Welt (16. September 2026, nach echo24); ZDF und Bild am Sonntag (27. September 2026, nach zdfheute und ms-aktuell); Stern-Interview (4. Oktober 2026, nach hessenschau, zdfheute, Tagesspiegel und t-online); Welt am Sonntag (nach dpa, 10. Oktober 2026); Reaktionen: hessenschau (5. Oktober 2026); CDU vor der Präsidiumsklausur: dpa (10. Oktober 2026); Ines Claus: hessenschau (20. Februar und 15. September 2026); Stern-Interview mit Rhein (Auszüge im Wortlaut, Oktober 2026), dts-Vorabmeldung (3./4. Oktober 2026, nach regionalheute und Pfalz-Express); Merz: ORF (Oktober 2025), dpa (7. September 2026, nach Volksstimme), zdfheute zur Abstimmung vom 29. Januar 2025; Spahn: zdfheute (12. April 2025) und Ärzteblatt (20. Juli 2026); Ausschussvorsitze: zdfheute (21. Mai 2025); Kretschmer: Handelsblatt (21. Juli 2026) und RND (31. Juli 2026), beide nach dpa/Volksstimme; Schulze: dpa (21. August 2026); Söder bei Maischberger: web.de (9. September 2026), Tagesspiegel (6. Februar 2025); Weber: dpa und zdfheute (9. und 10. Oktober 2026), newstime zu Markus Lanz (20. November 2025); Prien, Krings, Oest, Heuer, Voigt, Hoppermann: dpa und dts (10. Oktober 2026); Tauber, Rödder und Guttenberg im Stern: t-online (15. und 19. Oktober 2025) und zdfheute; Radtke: Handelsblatt nach dpa (Juli 2026); MIT Brandenburg: dpa (8. Juli 2026); Hoppermann als Generalsekretärin: dpa (27. Juli 2026); Biebricher: echo24 (20. September 2026); Perlentaucher über Volker Weiß in der Süddeutschen Zeitung (14. Juli 2025); Konrad-Adenauer-Stiftung: Geschichte der CDU (Hessen, Biogramm Alfred Dregger); Landtagswahlen in Hessen 1966, 1970, 1999, 2008, 2018, 2023 (Wikipedia, geprüft gegen die Zeitreihe der KAS); taz zum Strauß-Satz (9. September 2016)
- Umfragen: Forsa, Forschungsgruppe Wahlen und Ipsos (6. und 8. Oktober 2026), INSA und infratest dimap für Hessen (2026), nach dawum.de; Politbarometer Juli 2026 (nach t-online); Hessisches Statistisches Landesamt: Kommunalwahl 2026, vorläufig (nach hessenschau); Landesregierung Baden-Württemberg: endgültiges Ergebnis der Landtagswahl 2026; Konrad-Adenauer-Stiftung: Wahlanalyse Rheinland-Pfalz 2026; zdfheute zur Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt (29. September 2026); LTO: Bundesverfassungsgericht zu Ausschussvorsitzen (18. September 2024); Riksdagen (19. September 2026) und Reuters (17. September 2026) zur Wahl in Schweden; IHK Schwaben und Stiftung Umweltenergierecht (Dezember 2025) zur Verschiebung des ETS 2; Zitattafeln: Wortlaut nach den jeweils im Kapitel genannten Quellen; Übersetzungen aus dem Englischen, Russischen, Ungarischen, Spanischen, Polnischen, Italienischen und Türkischen sind als solche gekennzeichnet, das Erdoğan-Zitat ist nur zugeschrieben; Universität Groningen (DNPP) zur Wahl in den Niederlanden 2025; Friedrich-Naumann-Stiftung zur Wahl 2023 (24. November 2023)
- Dahlström und Sundell: A losing gamble (Electoral Studies, 2012); van Spanje und de Graaf: How established parties reduce other parties’ electoral support (West European Politics, 2018); van Spanje und Weber: Does ostracism affect party support? (Party Politics, 2019); Akkerman und Rooduijn: Pariahs or Partners? (Political Studies, 2015); Valentim: The Normalization of the Radical Right (Oxford University Press, 2024); Murphy und Devine (British Journal of Political Science, 2020); Dennison und Geddes: A Rising Tide? (Political Quarterly, 2019); Hillen und Kuhlmann: Blocking the Radical Right (Politische Vierteljahresschrift, 2026); van Spanje und Azrout: Tainted Love (International Journal of Public Opinion Research, 2019); Reuters zum Positionspapier der AfD zu Euro und EU (5. Oktober 2026); beck-aktuell zum Patt in Sachsen-Anhalt (8. September 2026); Nordkurier zu den Wahlkreisen in Mecklenburg-Vorpommern (22. September 2026)
Datenquellen (Stand Oktober 2026)
- Brennan Center for Justice: Declared National Emergencies (Zählung vom 2. September 2026); Guide to Emergency Powers
- US Supreme Court: Learning Resources, Inc. v. Trump (20. Februar 2026)
- Congressional Budget Office: Distributional Effects of H.R. 1 (August 2025); Yale Budget Lab (Juni 2025)
- Umfrageaggregate zur Trump-Zustimmung: Silver Bulletin, Economist/YouGov, Harvard CAPS/Harris (August/September 2026)
- INDEC (Argentinien): Inflation und Armut bis Juni 2026
- Levada-Zentrum: Zustimmungswerte Putin 2014
- Infratest dimap, Ipsos, Allensbach: Sonntagsfragen August/September 2026; Bundeszentrale für politische Bildung: AfD-Wählerschaft (2026)
- ZDF-Politbarometer (Forschungsgruppe Wahlen), 23. Oktober 2025
- ZEW Mannheim, Januar 2025: Verteilungs- und fiskalische Wirkungen der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2025 (mit Süddeutscher Zeitung)
- Essays von Thomas Scherhag (@ScherhagThomas), X, September 2026
- Migration: BAMF und BMI (Januar 2026), bpb, IAB; Osten: Elitenmonitor 2025, ZDF zu 35 Jahren Einheit, Mau (2024), Kowalczuk (2024); wehrhafte Demokratie: bundestag.de, beck-aktuell (Februar 2026), ZDF und Correctiv (Juni/Juli 2026); Lokaljournalismus: Wüstenradar (2024); Finanzkrisen: Funke/Schularick/Trebesch, European Economic Review (2016); Gespräche: Broockman/Kalla, Science (2016), Kalla/Broockman (2018, 2020); Haustürwahlkampf: der Freitag und taz (2025)
- Social Media als Waffe: Kramer u. a. (2014); Matz u. a. (2017); Tappin u. a. (2023); Bond u. a. (2012); Huszár u. a. (2022); Dubois/Blank (2018); Ribeiro u. a. (2020); Hosseinmardi u. a. (2021); Chen u. a. (2023); UN-Untersuchungsmission Myanmar (2018); Folha de S. Paulo (2018); Zuboff (2019); Haugen (2021); Fisher (2022); DiResta (2024)
- Reichweite: Potsdam Social Media Monitor (September 2026, via netzpolitik.org); Leibniz-Institut für Medienforschung (September 2026); Statista (April 2025); webnetz-Analyse (Februar 2025); EFBI Leipzig (Oktober 2025); TU Dortmund, Journalismus und Demokratie (2024); Horizont (September 2026)
- Spott und Grenze: Vallone/Ross/Lepper, Journal of Personality and Social Psychology (1985); Baumgartner/Morris/White, The Fey Effect, Public Opinion Quarterly (2012)
- Skandale: Bhatti/Hansen/Olsen, Acta Politica (2013); Kumlin/Esaiasson, British Journal of Political Science (2012); Patterson, Shorenstein Center (2016); Phillips, The Oxygen of Amplification, Data & Society (2018)
- Opferrolle: Zitek u. a., Victim Entitlement to Behave Selfishly, Journal of Personality and Social Psychology (2010); Armaly/Enders, Why Me? The Role of Perceived Victimhood in American Politics, Political Behavior (2022); Noor u. a., When Suffering Begets Suffering, Personality and Social Psychology Review (2012); Paxton (2004); Wodak (2015); Baumeister (1997)
- Haider: Al-Serori, Süddeutsche Zeitung (8. Oktober 2018); Wodak (2015); Zöchling (1999)
- Fleischmann: Message Control (2023); ORF, 11. Februar 2023
- Inserate: WKStA-Amtsvermerk (2021); Medientransparenzdatenbank (2025, via diemedien.at); Medienhaus Wien, Scheinbar transparent; Dossier, Wer hat Angst vor Wolfgang F.; moment.at (2024); APA Science, Eberl (Oktober 2024)
- Österreich: Wodak (2015); Falter (September 2017, Projekt Ballhausplatz); ORF (November 2018, Benko bei Krone und Kurier); Langbein, Projekt Ballhausplatz (2023); Falter, ORF, LTO (Mai 2025); Wahlergebnisse Nationalrat 1986 bis 2024. Russland: Andrew/Mitrochin (1999), Rid (2020), Mueller-Bericht (2019), Eady u. a. (2023), Bundesamt für Verfassungsschutz (2025), CeMAS (September 2026), UK Intelligence and Security Committee (2020)
- Konservatismus: Burke (1790), Oakeshott (1956), Scruton (2012, 2014), Rödder (2019), Lampedusa (1958); Progressive: Bernstein (1899), Orwell (1937, 1946), Rorty (1998), Neiman (2023)
- Mouffe (2005, 2018); Skitka u. a. (2005); Ryan (2017); Popper (1945, 1947); Margalit (1996); Solschenizyn, Archipel Gulag (1973); Pascal, Pensées
- Gut und Böse: Hawkins (2009), Akkerman/Mudde/Zaslove (2014), Nietzsche (1887), Scheler (1912), Sloterdijk (2006), Arendt (1963), Browning (1992), Baumeister (1997), Glover (1999), Durkheim (1895), Bicchieri (2006, 2017), Greene (2013), Neiman (2002, 2023), Kant (1785), Rawls (1971), Habermas (1983)
- Hundepfeife: Mendelberg, The Race Card (2001); Haney López, Dog Whistle Politics (2014); Valentino/Neuner/Vandenbroek, Journal of Politics (2018)
- Menschliche Natur: Platon, Gorgias und Politeia; Thukydides, Buch III; Aristoteles, Politik; Machiavelli, Il Principe (1513), Discorsi (1517); Hobbes, Leviathan (1651); Hume, Treatise (1739), Essays (1741); Kant (1784, 1795); Federalist Papers (1787/88); Tocqueville (1835/40); Mill (1859); Freud (1921); Fromm (1941); Adorno u. a. (1950); Tajfel (1970); Sherif u. a. (1961); Boehm (1999); Brosnan/de Waal, Nature (2003); Fehr/Gächter, Nature (2002); Kahneman/Tversky (1979, 1992); Baumeister u. a. (2001); Jost/Banaji (1994); Hirschman (1970); Tooby/Cosmides, Edge (2017); Bruner (1986)
- Demokratie: Freedom House, Freedom in the World 2026 (19. März 2026); V-Dem Institute, Democracy Report 2026 (18. März 2026); Elsässer/Hense/Schäfer, Dem Deutschen Volke? Die ungleiche Responsivität des Bundestags, Zeitschrift für Politikwissenschaft (2017); Gilens/Page (2014); Pitkin (1967); Honneth (1992); Huntington (1991); Fukuyama (1992, 2011); Bundestag, Drucksache 20/12977 und Abstimmung vom 19. Dezember 2024; Initiative für einen handlungsfähigen Staat, Abschlussbericht (14. Juli 2025); Bundestag, Bürgerrat Ernährung (Januar/Februar 2024); Citizens’ Assembly Irland (2016–2018); Convention citoyenne pour le climat (2020); Fishkin u. a., American Political Science Review (2021); Van Reybrouck (2013/2016); Habermas (1992); OECD (2020)
- Konzepte: Byrne, Why Populists Are Winning (Bloomsbury 2026); IPG-Journal, Interview Byrne (1. Oktober 2026); Stuttgarter Zeitung zu Klopp (17. September 2026); Habeck (2010); Sternberger (1979); Habermas (1986); Tibi (1998); Merkel (2017); Kriesi u. a. (2006); Goodhart (2017); de Wilde u. a. (2019); Glasman (2009); Giddens (1994, 1998); Scharpf (1970, 1999); Schmidt (2013); Meyer (2005); Inglehart (1977); Kitschelt (1994); Saxer, FES-Strategiedebatten Deutschland (Oktober 2017); Kirchheimer (1965); Katz/Mair (1995); Mair (2009, 2013); Crouch (2004); Rosanvallon (2006); Mudde/Rovira Kaltwasser (2012); Loewenstein (1937); Merkel/Lührmann (2021); Schäfer/Zürn (2021); Bermeo (2016); Lührmann/Lindberg (2019)
- Opfer und Sündenbock: Mertes, Opfermythen im Silicon Valley. René Girard und Peter Thiel, Stimmen der Zeit 6/2025, S. 427–434; Franziskus, Brief an die Bischöfe der Vereinigten Staaten (10. Februar 2025); Thiels Antichrist-Vorträge (ACTS 17 Collective, San Francisco, September bis Oktober 2025) nach Reason (14. Oktober 2025), Washington Post (10. Oktober 2025) und SF Standard (16. September 2025)
- Konservatismus, Probe: Mappus/Mißfelder/Söder/Wüst, Moderner bürgerlicher Konservatismus. Warum die Union wieder mehr an ihre Wurzeln denken muss (5. September 2007; Wortlaut bei Welt und FAZ); Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages, WD 1 – 090/08 (26. Juni 2008); Hildmann, Was ist konservativ?, Hanns-Seidel-Stiftung (2018); Erneuerbare-Wärme-Gesetz Baden-Württemberg (in Kraft 1. Januar 2008, Bestand ab 1. Januar 2010; Umweltministerium Baden-Württemberg), Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz des Bundes (2009); de Weck, Die Kraft der Demokratie (2020), Das Prinzip Trotzdem (2024), Glanz und Elend der Konservativen (Suhrkamp, September 2026; Vorabdruck Republik, 3. September 2026); Suhrkamp, Konservatismus kurz erklärt
- Bergpredigt: Girard (1978, 1982, 1999); Axelrod (1984); Nowak/Sigmund (1992); McCullough (2008); Sherman/Strang (2007); Wink (1992); King (1957); Weber (1919); Nietzsche (1887); Lerner (1980); Nelson (1949); Assmann (1992); Fehr/Schmidt (1999); Ross (1977); Graeber (2011); Lutherbibel 2017. Kirche: fowid (2026); DBK, EKD (2026); Lipset/Rokkan (1967); Arzheimer/Carter (2009); Marzouki/McDonnell/Roy, Saving the People (2016); Putnam (2000); Norenzayan (2013); Deutsche Bischofskonferenz (Februar 2024)
- Kooperation und KI: Dunbar; Norenzayan, Big Gods (2013); Henrich (2020); Graeber (2011); Simmel (1900); Seabright (2004); Wright (2000); Turchin (2016); Acemoglu/Johnson, Power and Progress (2023); Allen (2009); Tilly (1990); Ticchi/Vindigni (2008)
- Durkheim: Über soziale Arbeitsteilung (1893); Elias: Über den Prozess der Zivilisation (1939), Was ist Soziologie? (1970)
- Reife: Kant (1784), Fromm (1941), Kohlberg/Habermas (1976), Kegan (1994), Covey (1989), Tomasello u. a. (2012)
- Tim Urban: What’s Our Problem? A Self-Help Book for Societies (2023); Cato Institute 2020 und Institut für Demoskopie Allensbach 2019/2021 zur Selbstzensur
- Zukunftserzählung: Göpel (2020, 2022), Urner (2019, 2021, 2024), Welzer (2019, 2021), Marshall (2014), Stoknes (2015); Klimaprotest: Chenoweth/Stephan (2011), Feinberg/Willer/Kovacheff (2020), Chamberlain/Madsen (2025), Meyer u. a. (2025); Umfragen Civey (November 2022) und taz (Juli 2023)
- Levitt/Dubner: Freakonomics (2005), Think Like a Freak (2014); Habeck: Patriotismus (2010), Wer wir sein könnten (2018), Von hier an anders (2021), Den Bach rauf (2025)
- Erzählforschung: Propp (1928), Greimas (1966), Campbell (1949), Vogler (1992), Booker (2004), Reagan u. a. (2016), Jung, Mark/Pearson (2001), El Ouassil/Karig (2021), Wodak (2015)
- Amtliches Endergebnis der ungarischen Parlamentswahl vom 12. April 2026
- Landtagswahl Sachsen-Anhalt, 6. September 2026: vorläufiges Ergebnis; ZDFheute, MDR, taz, WELT und AP zu Ulrich Siegmund, Regierungsbildung und BSW (7. und 8. September 2026)
- Forschung zu sozialen Medien: Vosoughi/Roy/Aral (Science 2018); Grinberg u. a. (Science 2019); Guess/Nagler/Tucker (Science Advances 2019); Allen u. a. (Science Advances 2020); Brady u. a. (PNAS 2017); Pennycook/Rand (Cognition 2019, Nature 2021); Guess u. a. und Nyhan u. a. (Science/Nature 2023); Allcott u. a. (AER 2020); Schaub/Morisi (EJPR 2020); Müller/Schwarz (JEEA 2021); Lorenz-Spreen u. a. (Nature Human Behaviour 2023); Walter u. a. (2020); Wood/Porter (2019); CETaS/Alan Turing Institute (2024)
Impressum
Angaben gemäß § 5 DDG und § 18 Abs. 1 MStV
Christopher Lüning
Saarlandstraße 66a
55411 Bingen
Kontakt
E-Mail: luening@outlook.com
Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV
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Stand: Oktober 2026